TOR - Aktion

GutsMuths und Rein. Füchse II
TOR! Toleranz – Offenheit – Respekt:
Ein Tor, das über mehr als nur Siege entscheidet!
Mit „Selbstbeschimpfung“ gegen Intoleranz:
GutsMuths-Handballerinnen wehren sich
Berlin, 20. September 2005
Mit einer mutigen Aktion wollen die Berliner Oberliga-Handballerinnen der SG GutsMuths/BTSV 1850 auf unsportliches Verhalten aufmerksam machen und um mehr Toleranz für Minderheiten werben. Unter dem Schlagwort „TOR! Toleranz – Offenheit – Respekt“ wenden sie sich insbesondere an gegnerische Fans, mit denen sie nicht immer gute Erfahrungen gemacht haben.
Vor allem bei Auswärtsspielen wurde dem GutsMuths-Team häufig übel mitgespielt. In der letzten Saison war die dunkelhäutige Aufbauspielerin Carole Njinkeu Nzour (29 Jahre) beim Gastspiel in Doberlug-Kirchhain Ziel von verbalen Attacken: Mit Affenlauten wurden die Aktionen der eleganten Afrikanerin begleitet. Ständigen Pöbeleien sieht sich auch Torfrau Bianca Hobuß (29) ausgesetzt.
Die schwergewichtige Keeperin gehört zu den besten ihres Fachs und wird dennoch – oder gerade deshalb – häufig wegen ihrer Körperfülle beleidigt.
Fast jede Spielerin kann über eigene negative Erfahrungen und Diskriminierungen berichten. Grund genug für das GutsMuths-Team, sich mit Beginn der neuen Handballsaison zur Wehr zu setzen. Die kreative Multikulti-Truppe aus Moabit weiß, dass sie genug Angriffsflächen für unflätige und intolerante Äußerungen bietet und spielt mutig mit ihren offensichtlichen „Makeln“. Auf den neuen Warm-up-Shirts hat jedes Teammitglied eine offensichtliche „Schwäche“ verewigt. „Voll fett“, steht da zu lesen. Oder „voll lesbisch“, „voll blond“, „voll empfindlich“ und „voll brutal“ – aber immer „voll wir!“, wie jedes T-Shirt den Teamgeist zusammenfasst.
Die teilweise recht drastische Form der Selbstbeschimpfung soll aufrütteln. „Damit nehmen wir denen, die uns beleidigen wollen, den Wind aus den Segeln“, erklärt Trainer Ilkin Önal (35). Der gebürtige Türke geht mit mutigem Beispiel voran: „Voll Kanacke“ steht auf seinem breiten Rücken geschrieben. Seine Haltung zeigt deutlich: Ihr könnt mich nicht treffen, eure Dummheit fällt auf euch und euer Team zurück.
Neben den T-Shirts sollen Spruchbänder, die gerade auch bei Auswärtsspielen aufgehängt werden, für die außergewöhnliche Kampagne werben.

Wir bedanken uns für die Unterstützung bei:
Goldmund Kommunikation

Nordic Sports Company
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